Zwei Bewertungsportale, zwei völlig verschiedene Urteile. Auf Trustpilot steht Acuity Scheduling bei 3,6 von 5 Punkten aus 687 Bewertungen, davon 617 aus den letzten zwölf Monaten, mit 18 Prozent Ein-Stern-Urteilen (Trustpilot, Stand 26.10.2026). Auf Capterra Deutschland liegt dasselbe Produkt bei 4,8 von 5 aus rund 5.750 Bewertungen.
Diese Lücke ist kein Messfehler. Sie beschreibt zwei unterschiedliche Gruppen: Leute, die eine Buchungsseite einrichten und zufrieden sind, und Leute, die über Jahre damit arbeiten und dabei auf Kalendersync, Support und Datenschutz angewiesen sind. Welche Gruppe deine ist, entscheidet, ob Acuity für dich die richtige Software ist.
Key Takeaways
- Acuity rechnet nach Kalendern ab, nicht nach Nutzern. Starter deckt einen Kalender, Standard bis sechs, Premium bis 36. Für ein Studio mit sechs Mitarbeitenden ist das deutlich günstiger als jede Lösung mit Preis pro Kopf.
- Einen kostenlosen Tarif gibt es nicht. Die Preisseite sagt es direkt: kostenlose Terminplanung bietet Acuity derzeit nicht an. Es bleibt der Testzeitraum von sieben Tagen ohne Kreditkarte.
- Deutsch ist teilweise belegt, nicht vollständig. Die Sprachumstellung umfasst laut Hersteller Konto und Buchungsseite, nimmt aber Teile von Acuity ausdrücklich aus. Die mobilen Apps laufen nur auf Englisch.
- Zum Datenstandort schweigt die Preisseite. Weder eine EU-Region noch ein Auftragsverarbeitungsvertrag sind dort genannt. Für deutsche Dienstleister mit Gesundheits- oder Finanzdaten ist das die Prüfaufgabe vor dem Kauf.
- Die wiederkehrende Kritik betrifft den Betrieb, nicht den Funktionsumfang. Zeitzonen nach der Zeitumstellung, Kalendersync und Wartungsfenster während der Geschäftszeiten tauchen in den aktuellen Trustpilot-Bewertungen mehrfach auf.
Wer Acuity bewertet, bewertet meist die Buchungsseite. Die ist gut. Die Fragen, an denen Projekte in Deutschland scheitern, liegen woanders: an der Rechnungsstellung in Dollar, an der halben Übersetzung und an der Frage, wo die Gesundheitsdaten deiner Klientinnen liegen.
Acuity Scheduling im Überblick
| Kriterium | Stand |
|---|---|
Anbieter | Acuity Scheduling, Teil von Squarespace (USA) |
KriteriumAnbieter StandAcuity Scheduling, Teil von Squarespace (USA) | |
Abrechnungslogik | Pauschalpreis je Tarif, Limit über Kalenderanzahl |
KriteriumAbrechnungslogik StandPauschalpreis je Tarif, Limit über Kalenderanzahl | |
Preisspanne | 16 bis 55 USD pro Monat bei jährlicher Zahlung (geprüft 26.10.2026) |
KriteriumPreisspanne Stand16 bis 55 USD pro Monat bei jährlicher Zahlung (geprüft 26.10.2026) | |
Kostenloser Tarif | Nein |
KriteriumKostenloser Tarif StandNein | |
Testzeitraum | 7 Tage, ohne Kreditkarte |
KriteriumTestzeitraum Stand7 Tage, ohne Kreditkarte | |
Zahlungsanbieter | Stripe, Square, PayPal, Venmo |
KriteriumZahlungsanbieter StandStripe, Square, PayPal, Venmo | |
Videokonferenz | Google Meet, Zoom, GoToMeeting |
KriteriumVideokonferenz StandGoogle Meet, Zoom, GoToMeeting | |
SMS-Erinnerungen | Ab Standard |
KriteriumSMS-Erinnerungen StandAb Standard | |
Deutsche Oberfläche | Teilweise, mobile Apps nur Englisch |
KriteriumDeutsche Oberfläche StandTeilweise, mobile Apps nur Englisch | |
EU-Datenstandort | Auf der Preisseite nicht angegeben |
KriteriumEU-Datenstandort StandAuf der Preisseite nicht angegeben | |
Was Acuity Scheduling ist
Acuity Scheduling ist eine Buchungssoftware für Dienstleistungsbetriebe, die wiederkehrende Termine verkaufen: Studios, Praxen, Salons, Coaching, Nachhilfe, Werkstätten. Seit 2019 gehört das Produkt zu Squarespace, was die enge Verbindung zum Website-Baukasten erklärt und auch die Migrationsprobleme, von denen Bestandskunden berichten.
Der Kern ist eine öffentliche Buchungsseite mit Terminarten, Vorlaufzeiten und Pufferzeiten, dazu Intake-Formulare, Zahlungseinzug und Kundenprofile. Acuity verkauft nicht nur den Termin, sondern das Paket darum: Mehrfachkarten, Mitgliedschaften, Gutscheine, Trinkgeld, Anzahlung. Das unterscheidet es von reinen Meeting-Schedulern, die auf B2B-Gespräche zielen.
Für wen Acuity Scheduling passt
Acuity trifft seinen Markt dort, wo viele Mitarbeitende viele kurze, bezahlte Termine abarbeiten.
- Studios und Praxen mit mehreren Behandlungsräumen. Sechs Kalender für 27 USD im Monat sind schwer zu unterbieten, wenn jeder Raum und jede Person einen eigenen Kalender braucht.
- Betriebe, die Pakete und Abos verkaufen. Zehnerkarten, Monatsmitgliedschaften und Gutscheine sind ab Standard eingebaut und müssen nicht über ein zweites Tool laufen.
- Squarespace-Kunden. Wer die Website schon dort hat, bekommt die Buchung ohne Einbettungsbasteln dazu.
Zwei Gruppen sollten sich etwas anderes ansehen. Erstens Teams, die in Deutschland mit Gesundheits-, Versicherungs- oder Mandantendaten arbeiten und einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit EU-Datenstandort brauchen: Acuity nennt dazu auf der Preisseite nichts. Zweitens B2B-Vertriebsteams, die Leads nach Gebiet verteilen und Termine an den passenden Ansprechpartner routen wollen. Dafür ist Acuity nicht gebaut.
Die Funktionen im Detail
Selbstbuchung und Kalendersync
Kundinnen buchen rund um die Uhr über eine gebrandete Seite, Acuity blockt synchronisierte Termine automatisch und rechnet Zeitzonen für den Buchenden um. Der Sync läuft in beide Richtungen mit Google Calendar, Outlook und iCloud. Verschieben geht per Drag-and-Drop im Backend.
Genau hier sitzt aber die häufigste Kritik der letzten zwölf Monate. In den aktuellen Trustpilot-Bewertungen berichten mehrere Nutzende von Terminen, die sich nach der Zeitumstellung um eine Stunde verschoben haben, von Bestätigungsmails mit widersprüchlichen Zeitzonen und von Sync-Aussetzern mit iCal und Outlook. Eine Bewertung beschreibt, dass Kundinnen nach einer Verschiebung keine Benachrichtigung mehr erhielten. Wenn du den Kalenderabgleich als stillen Dienst im Hintergrund einplanst, solltest du das einkalkulieren.
Zahlungen, Pakete und Mitgliedschaften
Acuity zieht Geld direkt im Buchungsschritt ein, per Stripe, Square, PayPal oder Venmo, auch als Teilanzahlung. Kreditkartendaten lassen sich hinterlegen, um Ausfallgebühren später abzubuchen, was gegen No-Shows wirkt. Ab Standard kommen Mehrfachkarten, Abos und Gutscheine dazu, jeweils mit Zahlungsplan.
Das ist der stärkste Teil des Produkts und der Grund, warum es im Dienstleistungssegment so verbreitet ist. Eine Einschränkung aus den Bewertungen: Klarna und Afterpay werden im Stripe-Checkout nicht durchgereicht, der Anbieter verweist in seiner Antwort auf Abos als Umweg. Für den deutschen Markt, in dem Klarna ein verbreitetes Zahlverfahren ist, ist das eine echte Lücke. Wie eine Terminbuchung mit Bezahlung sonst aufgebaut sein kann, haben wir separat beschrieben.
Intake-Formulare und Kundenprofile
Vor dem Termin fragt Acuity ab, was du brauchst: Kontaktdaten, Einwilligungen, Anamnese, Projektbriefing. Die Antworten landen im Kundenprofil, zusammen mit Terminhistorie, Kommunikationsverlauf und internen Notizen. Für Praxen und Coaching ersetzt das eine separate Formularsoftware.
Wer Gesundheits- oder andere besondere Daten über ein Intake-Formular erhebt, verlagert damit allerdings den datenschutzrechtlich heikelsten Teil in ein US-Produkt. Das ist weniger eine Produktkritik als eine Hausaufgabe für deine Dokumentation.
Erinnerungen und Warteliste
E-Mail-Bestätigungen, Erinnerungen und Nachfassmails sind in allen Tarifen enthalten. SMS-Erinnerungen gibt es erst ab Standard, also ab 27 USD im Monat bei jährlicher Zahlung. Die automatische Warteliste, die freiwerdende Slots nachbesetzt, hängt an derselben Stufe.
Dass der SMS-Kanal hinter der zweiten Preisstufe liegt, ist für No-Show-anfällige Betriebe relevant: Der Kanal mit der höchsten Öffnungsrate kostet hier Aufpreis. Welche Terminerinnerungen tatsächlich etwas bewirken und welche nur Postfächer füllen, ist eine eigene Frage.
Mitarbeitende, Standorte und Zeitzonen
Verfügbarkeiten lassen sich pro Person, pro Standort und pro Leistung getrennt pflegen, inklusive Rollen und Rechten. Ein Limit pro Tag oder Woche verhindert Überbuchung, die Funktion zum Blockieren von Zeiten hält absichtlich Luft im Kalender.
Mehrere Zeitzonen für verschiedene Mitarbeitende oder Standorte gibt es allerdings erst ab Premium. Für einen Betrieb mit Standorten in Deutschland und Österreich ist das irrelevant, für verteilte Teams mit Standorten in mehreren Ländern verschiebt es die Rechnung um 28 USD im Monat nach oben.
Deutsche Sprachabdeckung: was belegt ist und was nicht
Diese Frage entscheidet für deutschsprachige Betriebe oft die Auswahl, und die Antwort ist unangenehm unscharf.
Belegt ist: Die Hilfeseite von Squarespace zur Konto- und Seitensprache, zuletzt im Januar 2026 aktualisiert, führt Deutsch unter den unterstützten Sprachen und verweist für Acuity auf eine eigene Anleitung. Dieselbe Seite schränkt die Abdeckung im selben Absatz ein: Die mobile App und Teile von Acuity Scheduling sind ausgenommen, und manche Bereiche werden nicht sofort übersetzt. Für die beiden Acuity-Apps für Mitarbeitende und Kunden steht dort ausdrücklich, dass sie nur auf Englisch verfügbar sind. Der Verzeichniseintrag auf Capterra Deutschland listet Deutsch unter den Oberflächensprachen.
Nicht belegt ist, welche Oberflächen konkret übersetzt sind. Die Acuity-Hilfeseite mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung verweigert automatisierte Zugriffe, deshalb konnten wir die Sprachliste für die Buchungsseite nicht am Original prüfen. Wir nennen hier lieber die Lücke als eine Zahl, die wir nicht gesehen haben.
Praktische Folge: Plane einen Testaccount ein und klicke die Buchungsseite, die Bestätigungsmails und das Backend auf Deutsch durch, bevor du umstellst. Rechne damit, dass du Standardtexte manuell überschreiben musst. Wie eine durchgehend mehrsprachige Buchungsstrecke aussieht, lässt sich daneben gut vergleichen.
Acuity Scheduling Preise
| Tarif | Preis |
|---|---|
Starter (jährlich / monatlich) | 16 USD / 20 USD pro Monat |
TarifStarter (jährlich / monatlich) Preis16 USD / 20 USD pro Monat | |
Standard (jährlich / monatlich) | 27 USD / 34 USD pro Monat |
TarifStandard (jährlich / monatlich) Preis27 USD / 34 USD pro Monat | |
Premium (jährlich / monatlich) | 55 USD / 69 USD pro Monat |
TarifPremium (jährlich / monatlich) Preis55 USD / 69 USD pro Monat | |
Enterprise | Auf Anfrage |
TarifEnterprise PreisAuf Anfrage | |
Alle Werte geprüft am 26.10.2026, Angaben in USD und ohne Steuern. Die jährliche Zahlung spart 20 Prozent. Einen kostenlosen Tarif gibt es nicht, die Preisseite formuliert das ausdrücklich. Der Testzeitraum beträgt sieben Tage ohne Kreditkarte.
Das Kalenderlimit ist der eigentliche Hebel: ein Kalender bei Starter, bis sechs bei Standard, bis 36 bei Premium. Zusätzliche Mitarbeitende innerhalb des Limits kosten nichts. Für ein Studio mit fünf Behandlungsräumen ist das günstiger als jedes Modell mit Preis pro Nutzer.
Zwei Dinge, die in Preisvergleichen untergehen. Erstens die Abrechnung in Dollar: Wechselkurs und Kartengebühren kommen oben drauf, und die Beträge in der Buchhaltung schwanken. Zweitens die Preisbewegung. Unsere eigene Prüfung vom 8. Mai 2026 hat Premium noch bei 49 USD jährlich und 61 USD monatlich notiert, heute stehen dort 55 und 69 USD. Das sind rund zwölf Prozent in fünf Monaten, und mehrfache Preiserhöhungen sind auch ein wiederkehrendes Thema in den Trustpilot-Bewertungen.

Drei Funktionen hängen an Premium, die andere Anbieter früher freigeben: das Entfernen des Acuity-Hinweises auf der Buchungsseite, der API-Zugang samt eigenem CSS und die HIPAA-Vereinbarung. Wer eine gebrandete Buchungsseite ohne Fremdlogo will, zahlt hier die höchste Stufe.
Stärken und Grenzen
Wo Acuity Scheduling stark ist
- Preis pro Kalender bei mehreren Mitarbeitenden. Sechs Kalender für 27 USD im Monat sind für Betriebe mit Raum- und Personalkalendern der schärfste Punkt im Angebot.
- Verkauf rund um den Termin. Pakete, Abos, Gutscheine, Trinkgeld und Anzahlungen sind eingebaut und nicht angeflanscht.
- Kassenfunktionen vor Ort. Kartenleser über Stripe und Square, Zahlungslinks und Tap-to-Pay decken den Fall ab, dass der Kunde im Laden steht.
- Granulare Verfügbarkeiten. Unterschiedliche Zeiten je Leistung, Standort und Person, dazu Limits pro Tag, ohne dass du mehrere Konten brauchst.
Wo Acuity Scheduling an Grenzen stößt
- Kalendersync und Zeitzonen. Verschobene Termine nach der Zeitumstellung, widersprüchliche Zeitangaben in Mails und Aussetzer mit iCal und Outlook stehen mehrfach in den Trustpilot-Bewertungen der letzten zwölf Monate.
- Wartung in der Geschäftszeit. Mehrere Bewertungen beschreiben Wartungsfenster mitten am Tag, angekündigt mit weniger als einem halben Tag Vorlauf. Für einen Terminbetrieb ist das die teuerste Form von Ausfall.
- Kein kostenloser Tarif. Nach sieben Tagen ist Schluss, ein dauerhaft kostenloser Einstieg für Soloselbstständige fehlt.
- Keine Angabe zum EU-Datenstandort. Auf der Preisseite ist keine europäische Region und kein Auftragsverarbeitungsvertrag genannt, die Datenschutz-FAQ verweist nur allgemein auf die Compliance von Squarespace.
- Englische Apps. Die Apps für Mitarbeitende und Kunden sind laut Hersteller nur auf Englisch, was im Team mit gemischten Sprachkenntnissen Reibung erzeugt.
Was die Bewertungen zeigen
Die beiden Portale erzählen zwei Geschichten, und beide sind nützlich.
Trustpilot zeigt 3,6 von 5 Punkten aus 687 Bewertungen, 617 davon aus den letzten zwölf Monaten. Die Verteilung ist gespalten: 43 Prozent fünf Sterne, 18 Prozent ein Stern. Die positiven Stimmen loben den Buchungsablauf und, häufiger als erwartet, den Support. Die negativen sind auffällig konkret und betreffen Betriebsthemen: Zeitzonen, Sync, Wartungsfenster, Login-Sperren und umformatierte Telefonnummern nach dem Umzug auf Squarespace-Konten. Ein ausführlicher Bericht nennt zusätzlich unzuverlässige Webhooks.
Auf den Verzeichnisseiten sieht es anders aus. Capterra Deutschland führt 4,8 von 5 aus rund 5.750 Bewertungen, GetApp Deutschland kommt bei rund 5.700 Bewertungen auf denselben Wert und 90 Prozent Empfehlungsquote. Die Stichprobe ist dort größer und älter, und Verzeichnisbewertungen entstehen oft kurz nach der Einrichtung.
Unsere Lesart: Die Einrichtung ist gut, der Dauerbetrieb ist das Risiko. Für eine Kaufentscheidung ist die frischere, kleinere und kritischere Stichprobe die relevantere.
DSGVO und Datenstandort: die offene Frage
Acuity gehört zu Squarespace, einem US-Unternehmen. Auf der Preisseite steht zum Datenschutz nur, dass Squarespace und die zugehörigen Produkte die jeweils anwendbaren Datenschutzgesetze einhalten, verlinkt auf allgemeine Hilfeartikel. Eine europäische Hosting-Region, ein standardmäßig bereitgestellter Auftragsverarbeitungsvertrag oder eine Aussage zum Umgang mit US-Behördenzugriffen stehen dort nicht. Die einzige genannte Compliance-Zusage ist die HIPAA-Vereinbarung auf Premium, also eine US-Regelung für Gesundheitsdaten, kein Ersatz für einen AVV nach Artikel 28 DSGVO.
Das heißt nicht, dass ein Einsatz unmöglich ist. Es heißt, dass die Arbeit bei dir liegt: AVV anfordern, Drittlandtransfer bewerten, Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten ergänzen. Was dabei inhaltlich zu prüfen ist, haben wir in der Erklärung zur Auftragsverarbeitung bei Terminbuchungen aufgeschrieben. Für Praxen, Kanzleien und Versicherungsvermittler ist das der Punkt, an dem die Auswahl oft kippt, und zwar vor dem Preisvergleich, nicht danach.
meetergo im gleichen Anforderungskatalog
Wer Acuity prüft, prüft am Ende vier Dinge: Buchungsablauf, Zahlungen, Sprache und Datenstandort. meetergo lässt sich an denselben vier Fragen messen. Das Produkt ist eine in Köln gebaute Plattform für Terminbuchung und Kundenprozesse, mit eigenen Seiten für Dienstleister, Praxen, Kanzleien, Recruiting, Versicherung und Vertrieb. Der Unterschied zu einem reinen Terminplaner: Angebot, Signatur und Rechnung hängen im gleichen Ablauf, und die Daten liegen unter EU-Recht.
Funktionen
Buchung, Erinnerungen und Verteilung
Buchungsseiten mit Terminarten, Vorlauf- und Pufferzeiten, dazu Bestätigungen und Erinnerungen per E-Mail, SMS und WhatsApp. SMS-Erinnerungen gehören zu den Kernfunktionen und hängen nicht an einer höheren Stufe. Für Teams verteilt die Round-Robin-Verteilung Anfragen auf mehrere Personen.

Zahlungen und Rechnungen
Zahlungen beim Buchen, inklusive Anzahlung, über Stripe, PayPal und Mollie. Anschließend erstellt die Rechnungs-App die Rechnung aus demselben Datensatz, ohne Übertrag in ein zweites Werkzeug.
Vertrag im Kundenportal
Angebote und Unterlagen liegen in einem persönlichen Portal statt im Mailanhang, der Vertrag wird dort per fortgeschrittener elektronischer Signatur nach eIDAS unterschrieben. Die E-Signatur-App protokolliert Versand, Ansicht und Unterschrift.
Datenstandort und AVV
Hosting ausschließlich auf europäischen Servern, Auftragsverarbeitungsvertrag standardmäßig bereitgestellt, kein US-Mutterkonzern und damit keine Datenlage unter dem CLOUD Act. Die Details stehen auf der Sicherheitsseite.
Preise
| Tarif | Preis |
|---|---|
Free | 0 € pro Monat, dauerhaft |
TarifFree Preis0 € pro Monat, dauerhaft | |
Light | 9,90 € pro Nutzer und Monat |
TarifLight Preis9,90 € pro Nutzer und Monat | |
Suite | 29,90 € pro Nutzer und Monat (regulär 34,90 €) |
TarifSuite Preis29,90 € pro Nutzer und Monat (regulär 34,90 €) | |
Premium | 49,90 € pro Nutzer und Monat (regulär 59,90 €) |
TarifPremium Preis49,90 € pro Nutzer und Monat (regulär 59,90 €) | |
Enterprise | Auf Anfrage |
TarifEnterprise PreisAuf Anfrage | |
Preise bei jährlicher Zahlung, Stand 26.10.2026, Details auf der Preisseite. Paid-Tarife lassen sich sieben Tage testen, der Free-Tarif läuft ohne Zeitlimit weiter.
Wo meetergo stark ist
- Ein Ablauf vom Erstgespräch bis zur bezahlten Rechnung. Termin, Video, Protokoll, Angebot, Signatur und Rechnung liegen in einem System, statt über fünf Abos verteilt.
- DSGVO ab Werk statt als Projekt. EU-Hosting und AVV sind der Standardzustand, nicht ein Formular, das du anfordern musst.
- Dauerhaft kostenloser Einstieg. Soloselbstständige können ohne Zeitdruck starten und später wechseln.
Wo meetergo an Grenzen stößt
- Keine Zeiterfassung und keine Ressourcenplanung. Wer Projektstunden und Kapazitäten plant, braucht sein Projekt-Tool weiter. meetergo ergänzt es um den kundenzugewandten Teil.
- Keine vollständige Buchhaltung. Rechnungen ja, Buchhaltung nein. Der Export in die Steuerkanzlei ersetzt kein Buchhaltungssystem.
- Abrechnung pro Nutzer. Für ein Studio mit sechs Personalkalendern ist die Kalenderpauschale von Acuity die günstigere Logik.
Bewertungen
Auf OMR Reviews steht meetergo bei 4,75 von 5 aus 158 Bewertungen (abgerufen am 26.10.2026). Die Stichprobe ist kleiner als die der US-Verzeichnisse, kommt aber aus demselben Markt, in dem du einkaufst.
Für wen meetergo passt
- Dienstleister und Agenturen in der DACH-Region, bei denen aus dem Erstgespräch ein Angebot, ein Vertrag und eine Rechnung wird.
- Regulierte Branchen, die den AVV und den EU-Datenstandort vor dem ersten Termin schriftlich brauchen.
meetergo kostenlos starten und die Buchungsstrecke mit eigenen Terminarten durchklicken, bevor du vergleichst.
Auswahlkriterien: fünf Fragen vor der Entscheidung
- Zählst du Kalender oder Köpfe? Viele Räume und Mitarbeitende bei wenig Verwaltung drumherum sprechen für eine Kalenderpauschale. Wenige Personen mit viel Prozess danach sprechen für eine Lizenz pro Nutzer.
- Welche Daten erhebst du im Formular? Gesundheits-, Mandanten- oder Finanzdaten verschieben die Entscheidung vom Preis zur Rechtsgrundlage.
- Brauchst du Deutsch durchgehend oder nur auf der Buchungsseite? Prüfe im Testaccount beides, Oberfläche und Bestätigungsmails, und nicht nur die Startseite.
- Was passiert nach dem Termin? Wenn Angebot, Vertrag und Rechnung folgen, ist ein reiner Terminplaner das falsche Werkzeug. Einen Überblick über die Kategorien gibt unser Vergleich von Terminbuchungssystemen.
- Wie teuer ist ein Ausfall um elf Uhr vormittags? Wer dann keine Termine annehmen kann, sollte Wartungsfenster und Support-Reaktionszeit in die Bewertung aufnehmen, nicht nur den Monatspreis.
Alles, was Calendly kann, plus Video, CRM und DSGVO.
Alles, was Calendly kann, plus Video, CRM und DSGVO.
Fazit: Lohnt sich Acuity Scheduling?
Für einen Dienstleistungsbetrieb mit mehreren Kalendern, Paketverkauf und Kasse vor Ort ist Acuity funktional stark und preislich schwer zu schlagen. Die Kalenderpauschale ist der beste Teil des Angebots, und der Verkauf rund um den Termin ist weiter gedacht als bei den meisten Meeting-Schedulern.
Für deutschsprachige Betriebe stehen dem drei konkrete Dinge entgegen: die halbe Übersetzung mit englischen Apps, die fehlende Aussage zum EU-Datenstandort und die wiederkehrende Betriebskritik in den frischen Bewertungen. Keines davon ist ein Ausschlusskriterium, aber alle drei kosten Zeit, die im Preisvergleich nicht auftaucht.
Die ehrliche Empfehlung: Wenn dein Geschäft am Kalenderlimit hängt und du keine besonderen Datenkategorien erhebst, teste Acuity sieben Tage. Wenn dein Geschäft an Angebot, Vertrag und Rechnung hängt oder deine Branche einen AVV verlangt, prüfe eine europäische Alternative im gleichen Durchgang. Der Test kostet dich eine Woche, die falsche Entscheidung ein Jahr.
Beide Buchungsstrecken parallel ausprobieren ist dafür der schnellste Weg.
Häufige Fragen
Gibt es Acuity Scheduling kostenlos?
Nein. Die Preisseite sagt, dass derzeit keine kostenlose Terminplanung angeboten wird. Es gibt einen Testzeitraum von sieben Tagen ohne Kreditkarte, danach beginnt Starter bei 16 USD im Monat bei jährlicher Zahlung (geprüft 26.10.2026). Eine Übersicht kostenloser Terminbuchung gibt es separat.
Ist Acuity Scheduling auf Deutsch verfügbar?
Teilweise. Die Hersteller-Hilfeseite zur Konto- und Seitensprache führt Deutsch und erlaubt die Umstellung für Konto und Buchungsseite, nimmt aber Teile von Acuity ausdrücklich aus. Die mobilen Apps für Mitarbeitende und Kunden sind laut derselben Quelle nur auf Englisch.
Wie viele Mitarbeitende kann ich anlegen?
Das Limit zählt Kalender, nicht Köpfe: einer bei Starter, bis sechs bei Standard, bis 36 bei Premium. Zusätzliche Personen innerhalb des Limits kosten nichts extra.
Liegen die Daten in der EU?
Auf der Preisseite ist keine europäische Hosting-Region genannt, und ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist dort nicht aufgeführt. Die Datenschutz-FAQ verweist allgemein auf die Compliance von Squarespace. Für besondere Datenkategorien solltest du das vorab schriftlich klären. Hintergrund dazu steht in unserer Übersicht zu DSGVO-konformen Online-Kalendern.
Ab welchem Tarif gibt es SMS-Erinnerungen?
Ab Standard, also ab 27 USD im Monat bei jährlicher Zahlung. Im Starter-Tarif bleiben nur E-Mail-Bestätigungen und -Erinnerungen. Wer gezielt die No-Show-Quote senken will, sollte das in die Rechnung aufnehmen.
Kann ich das Acuity-Logo von der Buchungsseite entfernen?
Nur im Premium-Tarif ab 55 USD im Monat. Starter und Standard zeigen den Herstellerhinweis auf der öffentlichen Buchungsseite.
Was ist die beste Alternative für deutsche Dienstleister?
Das hängt daran, was nach dem Termin passiert. Für reine Terminbuchung mit vielen Kalendern ist Acuity stark. Für Betriebe, die Angebot, Signatur und Rechnung anschließen und einen EU-Datenstandort brauchen, lohnt der Blick auf europäische Anbieter, etwa über die Terminplanung für professionelle Dienstleistungen.
Quellen
- Acuity-Preisseite des Herstellers, geprüft am 26.10.2026 (Tarife, Kalenderlimits, Funktionsstufen, Testzeitraum, Angabe zum fehlenden kostenlosen Tarif). Nicht verlinkt, da wir nicht auf Wettbewerberseiten verlinken.
- Hilfeseite des Herstellers zur Konto- und Seitensprache, Stand Januar 2026 (Sprachliste, Ausnahmen für Teile von Acuity, englische Apps). Ebenfalls nur als Quelle benannt.
- Eigene Preisprüfung vom 08.05.2026 für den Vergleich der Premium-Preise.
- Trustpilot-Profil von Acuity Scheduling (oben verlinkt): 3,6 von 5 aus 687 Bewertungen, 617 davon aus den letzten zwölf Monaten, Stand 26.10.2026.
- Capterra Deutschland und GetApp Deutschland: 4,8 von 5 aus rund 5.750 bzw. 5.700 Bewertungen, Stand Oktober 2026.
- OMR Reviews zu meetergo (oben verlinkt): 4,75 von 5 aus 158 Bewertungen, abgerufen am 26.10.2026.
Nicht erreichbar für diese Recherche: Reddit (Zugriff gesperrt), G2 und Capterra direkt (403). Die Nutzerstimmen in diesem Artikel stammen deshalb aus den oben genannten Bewertungsportalen.





