meetergo
Smartphone mit einer Terminauswahl für einen Arzttermin, daneben der Praxiskalender am Empfang

Arzt Termin App: Welche App wofür taugt (2026)

|12 Min. Lesezeit
Dominik Rapacki
Dominik Rapacki
Dominik Rapacki ist CEO und Gründer von meetergo.com und treibt Innovationen im DSGVO-konformen Terminmanagement voran. Als Experte für SaaS, Vertrieb und Digitalisierung ist er regelmäßig in Podcasts zu Gast.

Unter dem Begriff Arzttermin-App laufen zwei völlig verschiedene Produkte. Das eine ist ein Portal, in dem du als Patientin oder Patient einen Behandler suchst und einen freien Slot greifst. Das andere ist die Software, mit der eine Praxis ihre Termine selbst organisiert, inklusive Erinnerungen, Anamnese und Einwilligung. Wer das verwechselt, lädt sich eine App herunter, die sein Problem nicht löst.

Dieser Vergleich trennt beides. Zuerst die Apps für die Arztsuche, mit dem, was sie kosten und wo sie nachweislich schwächeln. Danach die Werkzeugklasse für Praxen, inklusive der Anforderungen, die die Datenschutzaufsicht im Juni 2025 für Heilberufspraxen festgeschrieben hat.

Schlüsselpunkte

  • Patientenportale und Praxissoftware lösen gegensätzliche Aufgaben. Ein Portal bringt Sichtbarkeit bei fremden Patienten, eine Buchungssoftware organisiert den Praxisbetrieb. Beides zugleich leistet keine der hier verglichenen Apps.
  • Der Marktcheck des Verbraucherzentrale Bundesverbands fand handfeste Lücken bei den beiden größten Portalen: In 15 von 80 untersuchten Suchen erschien überhaupt kein Termin.
  • Terminerinnerungen brauchen eine ausdrückliche Einwilligung, und die Praxis muss nachweisen können, dass sie vorliegt. Das steht so im Positionspapier der Datenschutzkonferenz.
  • Eine nicht digitale Buchungsmöglichkeit muss bestehen bleiben. Die Aufsichtsbehörden erwarten neben der App weiterhin den Weg über Telefon oder Empfang.
  • Für die Praxisseite zählt, wer die Daten zu eigenen Zwecken nutzen darf. Bei einer Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO ist das ausgeschlossen, bei einem eigenen Patientenkonto des Portals gelten andere Regeln.

Rund 40 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer buchen Arzttermine inzwischen online, häufig auch deshalb, weil die Praxis telefonisch kaum erreichbar ist. Das steht in der Marktbeobachtung der Verbraucherzentrale NRW zum Marktcheck des Bundesverbands (Stand 23. Juli 2026).

Zwei Klassen von Arzttermin-Apps, die regelmäßig verwechselt werden

Die Trennlinie verläuft an einer einzigen Frage: Wem gehört der Kalender?

Patientenportale. Du installierst die App, suchst nach Fachrichtung und Ort und buchst bei einer Praxis, die auf der Plattform gelistet ist. Der Kalender liegt beim Portal. Du brauchst in der Regel ein Nutzerkonto beim Anbieter, und dieses Konto ist datenschutzrechtlich eine eigene Baustelle: Die Datenschutzkonferenz grenzt die Verarbeitung im eigenen Patientenkonto ausdrücklich von der Verarbeitung im Auftrag der Praxis ab. Vorteil: Du findest Behandler, die du vorher nicht kanntest. Nachteil: Du siehst nur, was gelistet ist.

Buchungssoftware für Praxen. Die Praxis bettet eine Buchungsseite auf ihrer eigenen Website ein, der Kalender bleibt bei der Praxis, und der Dienstleister ist Auftragsverarbeiter nach Art. 28 DSGVO. Patienten brauchen kein Plattformkonto. Dafür findet dich über diesen Weg niemand, der die Praxis nicht schon kennt. Diese Klasse ist Thema im zweiten Teil des Artikels und ausführlicher im Vergleich zur Online-Terminbuchung für Arztpraxen.

Wer als Patient nur einen Termin will, braucht Klasse eins. Wer eine Praxis betreibt und das Telefon entlasten möchte, braucht Klasse zwei, oft zusätzlich zu einem Portaleintrag. Wie der Ablauf aus Patientensicht aussieht, beschreibt der Leitfaden zum Arzttermin online buchen.

Schnellüberblick: sechs Wege zum Arzttermin

LösungDoctolib
KlassePatientenportal
Stärkegrößte Dichte gelisteter Praxen
Kosten für Patientenkostenlos
Lösungjameda
KlassePatientenportal mit Bewertungen
StärkeBehandlersuche samt Patientenbewertungen
Kosten für Patientenkostenlos
LösungCLICKDOC
KlassePatientenportal
StärkeBuchung plus Videosprechstunde
Kosten für Patientenkostenlos
LösungTeleClinic
KlasseTelemedizin
StärkeBehandlung per Video, Rezept und AU
Kosten für Patientenvon der Kasse übernommen
Lösung116117 Terminservice
Klasseöffentliche Vermittlung
StärkeFacharzttermine mit Vermittlungscode
Kosten für Patientenkostenlos
Lösungmeetergo
KlassePraxissoftware
StärkeBuchung und Empfang auf der Praxiswebsite
Kosten für Patientenkostenlos, Praxis zahlt

Doctolib

Doctolib ist die bekannteste Terminplattform im deutschen Markt und deckt Haus- und Facharztpraxen sowie therapeutische Berufe ab. Die App bündelt Suche, Buchung, Erinnerung und Videosprechstunde in einer Oberfläche.

Wichtige Funktionen

  • Suche nach Fachrichtung, Ort und Versicherungsart
  • Terminbuchung rund um die Uhr ohne Anruf
  • Erinnerungen per E-Mail und Push
  • Videosprechstunde bei teilnehmenden Praxen
  • Verwaltung mehrerer Familienmitglieder in einem Konto

Preise

NutzungPatienten
Preiskostenlos
NutzungPraxen
Preiskostenpflichtiges Abo, abhängig vom Funktionsumfang

Was Praxen für die Plattformversion zahlen und welche Gegenleistung dahintersteht, ordnet der Beitrag zu Doctolib Pro ein.

Grenzen

Ohne Nutzerkonto läuft nichts, was der Verbraucherzentrale Bundesverband in seinem Marktcheck ausdrücklich kritisiert hat. Gezielt nach einer bestimmten Terminart innerhalb einer Facharztgruppe zu suchen, war im Test nicht möglich, weil entsprechende Such- und Filteroptionen fehlen. Dazu kommen angezeigte Praxen ohne tatsächlich buchbare Termine und Fälle, in denen ausschließlich Selbstzahler- oder Privatsprechstunden angeboten wurden, obwohl diese vorher herausgefiltert waren.

Bewertungen

Im Google Play Store steht die App bei 4,7 von 5 aus über 806.000 Bewertungen (geprüft am 01.11.2026). Der Widerspruch zum Marktcheck ist aufschlussreich: Gelobt wird der Komfort, wenn ein passender Termin existiert. Kritisiert wird, was passiert, wenn keiner existiert.

Für wen Doctolib passt

Patienten, die ohne feste Praxisbindung schnell einen Termin in ihrer Region suchen.

jameda

jameda kombiniert ein Behandlerverzeichnis mit Patientenbewertungen und einer Terminbuchung bei teilnehmenden Praxen. Für Patienten, die vor der Auswahl Erfahrungsberichte lesen wollen, ist das der direkteste Weg.

Wichtige Funktionen

  • Behandlersuche nach Fachgebiet und Ort
  • Patientenbewertungen und Erfahrungsberichte
  • Terminbuchung bei teilnehmenden Praxen
  • Fein granulierte Terminarten pro Praxis
  • Terminerinnerungen

Preise

NutzungPatienten
Preiskostenlos
NutzungPraxen
Preiskostenpflichtige Profil- und Buchungspakete

Grenzen

Die Buchung selbst stolpert über die eigene Detailtiefe: Im Marktcheck standen teilweise über 70 verschiedene, teils sehr spezifische Terminarten zur Auswahl, sodass die Wahl des Besuchsgrundes zur Hürde wurde. Auch hier gilt der Kontozwang, eine Videosprechstunde ist nicht flächendeckend Teil des Angebots, und Bewertungsprofile existieren auch für Praxen, die keine Online-Buchung anbieten.

Bewertungen

Die Android-App liegt bei 4,5 von 5 aus knapp 5.000 Bewertungen (geprüft am 01.11.2026). Das kleinere Volumen passt zum Nutzungsmuster: Recherche im Browser, Buchung oft anderswo.

Für wen jameda passt

Patienten, die Behandler vor der Buchung anhand von Bewertungen auswählen wollen.

CLICKDOC

CLICKDOC ist ein deutsches Buchungsportal, über das Praxen freie Termine veröffentlichen und das Patienten zusätzlich eine Videosprechstunde anbietet. Die App ist eng an die Systemwelt gebunden, aus der sie kommt, was die Verfügbarkeit bestimmt: Du findest hier Praxen, die ohnehin mit der passenden Praxissoftware arbeiten, und außerhalb dieses Kreises bleibt die Trefferliste dünn.

Wichtige Funktionen

  • Terminsuche bei angebundenen Praxen
  • Videosprechstunde im Browser und in der App
  • Terminerinnerungen
  • Dokumentenaustausch mit teilnehmenden Praxen

Preise

NutzungPatienten
Preiskostenlos
NutzungPraxen
Preiskostenpflichtig, abhängig vom Modul

Grenzen

Ein Bewertungssystem wie bei einem Verzeichnisportal gibt es nicht, die Reichweite liegt unter der der beiden großen Plattformen, und für die Praxis selbst ersetzt das Portal keine Formular- oder Einwilligungsstrecke.

Bewertungen

4,6 von 5 aus rund 5.500 Bewertungen im Google Play Store (geprüft am 01.11.2026). Stabile Bewertungslage, aber eine andere Größenordnung als die großen Portale.

Für wen CLICKDOC passt

Patienten, deren Praxis bereits über CLICKDOC bucht.

TeleClinic

TeleClinic ist kein Terminportal, sondern Telemedizin: Du wählst eine Behandlung, beantwortest vorab Fragen zu den Symptomen und sprichst dann per Videosprechstunde mit einer Ärztin oder einem Arzt. Nach ärztlichem Ermessen gibt es im Anschluss ein elektronisches Rezept oder eine Krankschreibung direkt in die App. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse, der Datenschutz ist durch den TÜV Saarland geprüft (beides geprüft am 01.11.2026).

Wichtige Funktionen

  • Videosprechstunde mit zugelassenen Ärztinnen und Ärzten
  • Elektronisches Rezept nach ärztlichem Ermessen
  • Krankschreibung per Video
  • Symptomabfrage vor dem Gespräch
  • Nutzung für Familienmitglieder

Preise

NutzungGesetzlich Versicherte
PreisKostenübernahme durch die Krankenkasse
NutzungPrivatversicherte
PreisAbrechnung über die Versicherung

Grenzen

Wofür die App nicht taugt: einen Termin bei einer bestimmten Praxis vor Ort, alles, was eine körperliche Untersuchung braucht, und jede Form von Praxisorganisation. Es gibt kein Behandlerverzeichnis und keine Bindung an die Hausarztpraxis.

Für wen TeleClinic passt

Akute, klar umschriebene Beschwerden, bei denen ein Gespräch und ein Rezept genügen.

116117 Terminservice

Der Patientenservice 116117 ist der öffentliche Gegenpart zu den kommerziellen Portalen, betrieben von den Kassenärztlichen Vereinigungen. Erreichbar per Telefon, Website und App, rund um die Uhr und kostenlos. Für Facharzttermine arbeitet der Service mit einem Vermittlungscode, den die behandelnde Praxis ausstellt und der die Vermittlung innerhalb gesetzlicher Fristen auslöst. Genau den Ausbau dieses Angebots fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband als Alternative zu den kommerziellen Plattformen.

Preise

NutzungPatienten
Preiskostenlos

Grenzen

Weniger Komfort als eine durchgestaltete App, regional unterschiedliche Verfügbarkeit, und ohne Vermittlungscode ist der Weg für Routinetermine selten der schnellste.

Für wen 116117 passt

Dringende Facharzttermine mit Vermittlungscode und alle, die kein kommerzielles Plattformkonto anlegen wollen.

Was die Datenschutzaufsicht von Praxen verlangt

Am 16. Juni 2025 hat die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden ein Positionspapier zur Terminverwaltung durch Heilberufspraxen beschlossen. Es ist der Maßstab, an dem Aufsichtsbehörden die Toolauswahl einer Praxis messen, und es räumt mit mehreren verbreiteten Annahmen auf.

Die Auslagerung an einen Dienstleister ist als Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO zulässig und braucht dafür keine Einwilligung der Patienten. Informieren musst du sie trotzdem, und zwar unter namentlicher Nennung des beauftragten Unternehmens. In den Terminkalender dürfen nur die für den konkreten Termin erforderlichen Daten, also im Kern Name, Geburtsdatum, Behandler, Terminart und eine Kontaktmöglichkeit für kurzfristige Absagen. Eine pauschale Übergabe aller Stammdaten an den Dienstleister ist im Regelfall nicht erforderlich und damit nicht zulässig.

Drei Punkte überraschen Praxen in der Umsetzung am häufigsten. Erstens: Terminnachrichten wie Erinnerungen sind kein Teil der erforderlichen Verarbeitung, sie brauchen eine ausdrückliche Einwilligung, und die Praxis muss deren Vorliegen nachweisen können. Zweitens: Einträge im Terminkalender sind nicht Teil der Behandlungsdokumentation und müssen nach dem Termin innerhalb kurzer Frist gelöscht werden, wobei der Dienstleister diese Löschung gewährleisten muss. Drittens: Findet ein Verarbeitungsschritt wie Support, Wartung oder Administration in einem Drittland statt, musst du vor der Auftragsvergabe klären, ob die Anforderungen der Art. 44 ff. DSGVO erfüllt sind. Das ist der Punkt, an dem der CLOUD Act für Praxen relevant wird.

Dazu kommt eine Anforderung, die gegen den Trend läuft: Neben der digitalen Terminvereinbarung soll immer auch ein anderer Weg zur Terminvereinbarung bestehen bleiben. Die rein app-basierte Praxis ist aufsichtsrechtlich also kein Ziel.

meetergo

meetergo ist eine in Deutschland gebaute Plattform für Terminbuchung und digitalen Empfang, die Praxen, Kanzleien, Vertriebsteams und Bildungseinrichtungen gleichermaßen nutzen. Der Unterschied zu den Portalen oben: Die Buchungsseite läuft auf der Praxiswebsite, der Kalender bleibt bei der Praxis, und Patienten brauchen kein Plattformkonto. Für den Praxisalltag heißt das konkret, dass Anamnesebogen und Einwilligung vor dem Termin vom Handy aus erledigt sind und die Rezeption nicht mehr Zettel sortiert.

Buchungsseite aus Patientensicht: Terminart auswählen, danach erscheinen nur die freien Zeitfenster des jeweiligen Behandlers

Online-Terminvergabe pro Behandler

Patienten buchen rund um die Uhr nach Behandlungsart, mit eigenen Verfügbarkeiten und Pufferzeiten pro Behandler. Die Buchungsseite lässt sich auf der Praxiswebsite einbetten, der Sync läuft mit Google, Outlook und iCloud.

Anamnese und Einwilligung vorab

Über Formulare füllt der Patient den Anamnesebogen vor dem Termin vom Handy aus. Einwilligungen werden per E-Signatur als fortgeschrittene elektronische Signatur nach eIDAS unterschrieben, womit der Nachweis aus dem Positionspapier dokumentiert vorliegt.

Erinnerungen und Recall

Automatische Erinnerungen per E-Mail und SMS laufen vor dem Termin, Recall-Nachrichten nach einem definierten Intervall für Kontrolltermine. Welche Nachricht rausgeht, entscheidet die Praxis, was die Einwilligungspflicht für Terminerinnerungen steuerbar macht.

Videoberatung und Patientenportal

Connect liefert verschlüsselte Videogespräche im Browser ohne Zusatzabo, Spaces stellt Befunde und Dokumente in einem geschützten Patientenbereich bereit statt per unverschlüsselter E-Mail.

Preise

TarifFree
Preis0 € dauerhaft, unbegrenzte Nutzer
TarifLight
Preis9,90 € pro Nutzer / Monat, jährlich
TarifSuite
Preis29,90 € pro Nutzer / Monat, jährlich (danach 34,90 €)
TarifPremium
Preis49,90 € pro Nutzer / Monat, jährlich (danach 59,90 €)
TarifEnterprise
Preisauf Anfrage

Der Free-Tarif läuft nicht ab und deckt drei aktive Buchungsarten mit unbegrenzten Buchungen ab, für den vollständigen Empfangsablauf vom Termin bis zum Recall ist Suite der passende Tarif (geprüft am 01.11.2026 auf der Preisseite).

Grenzen

Wichtig für die ehrliche Einordnung: meetergo ist kein Arztverzeichnis. Über die Plattform findet dich kein Patient, der die Praxis nicht kennt. Sie ergänzt das Praxisverwaltungssystem und ersetzt es nicht, und laut Herstellerangabe bewusst ohne Patientenakte, ohne KV- oder GOÄ-Abrechnung, ohne eAU und eRezept und ohne zertifizierte Videosprechstunde, deren KV-Vorgaben separat zu prüfen sind.

Bewertungen

Bewertungsprofil von meetergo auf OMR Reviews mit Gesamtnote und Anzahl der Bewertungen

Auf OMR Reviews steht meetergo bei 4,8 von 5 aus 168 Bewertungen (geprüft am 01.11.2026). In einer dort veröffentlichten Bewertung beschreibt ein im medizinischen Betrieb tätiger Nutzer, dass die durchgängige DSGVO-Konformität für ihn das Ausschlaggebende war und die Rückmeldungen der Patienten durchweg positiv ausfallen, nachzulesen im Bewertungsprofil auf OMR Reviews.

Für wen meetergo passt

Praxen, die Terminvergabe, Anamnese, Einwilligung und Recall auf der eigenen Website bündeln wollen, ergänzend zu einem Portaleintrag.

Kostenlos mit der Online-Terminvergabe starten und den Free-Tarif ohne Kreditkarte testen.

Worauf Praxen bei der Auswahl achten

Fünf Fragen entscheiden, ob eine Lösung zur Praxis passt, und sie folgen direkt aus dem Positionspapier.

  • Ist der Anbieter Auftragsverarbeiter nach Art. 28 DSGVO, mit unterzeichnetem Vertrag und ohne eigene Zwecke?
  • Werden nur die für den Termin erforderlichen Daten erhoben, ohne pauschale Stammdatenübergabe?
  • Löscht das System Kalendereinträge nach kurzer Frist automatisch?
  • Laufen Support, Wartung und Administration ohne Drittlandbezug, oder sind die Art. 44 ff. DSGVO sauber abgedeckt?
  • Dokumentiert das System die Einwilligung für Terminnachrichten nachweisbar?

Dazu kommt der Betriebsblick: Lässt sich die Buchung auf der Praxiswebsite einbinden, fließen die Daten per Webhook oder CSV ins Praxisverwaltungssystem, und senken die Erinnerungen tatsächlich die No-Show-Rate? Zu Terminlängen und Wartelisten in Zahnarzt- und psychotherapeutischen Praxen gehen die Leitfäden zur Terminbuchung beim Zahnarzt und zum Buchungssystem für Psychologen und Therapeuten ins Detail.

Welche App passt zu welcher Situation?

  • Du suchst einen Behandler, den du noch nicht kennst: Doctolib für die Trefferdichte, jameda wenn Bewertungen den Ausschlag geben.
  • Du brauchst schnell einen Facharzttermin: 116117 mit Vermittlungscode, parallel eine Warteliste bei der Wunschpraxis.
  • Du hast eine akute Beschwerde und brauchst ein Rezept: TeleClinic, weil der Weg ohne Praxisbesuch funktioniert.
  • Deine Praxis bucht schon über ein Portal: die zugehörige App, also CLICKDOC oder Doctolib, je nach Anbindung.
  • Du betreibst eine Praxis und willst das Telefon entlasten: eine Buchungssoftware auf der eigenen Website, ergänzt um einen Portaleintrag für Neupatienten.

Die ehrliche Antwort auf die Frage nach der besten App lautet also: Es gibt keine. Für Patienten gewinnt das Portal mit der größten Dichte in der eigenen Region, und das lässt sich nur regional prüfen. Für Praxen gewinnt die Lösung, die den Empfang entlastet und die Anforderungen der Aufsicht erfüllt, ohne die Patientenbeziehung an eine Plattform abzugeben. Im Free-Tarif lässt sich das ohne Budget prüfen.

Häufige Fragen

Welche App ist die beste für Arzttermine?

Für die Suche nach einem unbekannten Behandler ist das Portal mit den meisten gelisteten Praxen in deiner Region die beste Wahl, in Deutschland meist Doctolib. Geht es um die Terminorganisation einer Praxis, ist ein Portal die falsche Werkzeugklasse und eine Buchungssoftware auf der eigenen Website die richtige.

Sind Arzttermin-Apps für Patienten kostenlos?

Ja, die Portale sind für Patienten kostenlos, bezahlt wird von den Praxen. Bei TeleClinic übernimmt die Krankenkasse die Behandlungskosten. Der öffentliche Service 116117 ist ebenfalls kostenlos.

Wie bekomme ich kurzfristig einen Arzttermin?

Für dringende Facharzttermine ist der Vermittlungscode über 116117 der verlässlichste Weg, weil er an gesetzliche Fristen gebunden ist. Parallel lohnt der Eintrag in die Warteliste der Wunschpraxis, weil kurzfristige Absagen dort zuerst nachbesetzt werden.

Brauche ich für eine Arzttermin-App ein Konto?

Bei den kommerziellen Portalen in der Regel ja, was der Verbraucherzentrale Bundesverband in seinem Marktcheck kritisiert hat. Bucht eine Praxis über eine eigene Buchungsseite auf ihrer Website, entfällt das Plattformkonto.

Darf eine Praxis Terminerinnerungen einfach verschicken?

Nein. Laut Positionspapier der Datenschutzkonferenz sind Terminnachrichten nicht Teil der erforderlichen Verarbeitung, sie setzen eine ausdrückliche Einwilligung voraus, und die Praxis muss nachweisen können, dass diese vorliegt.

Ersetzt eine Buchungssoftware das Praxisverwaltungssystem?

Nein. Sie übernimmt den digitalen Empfang, also Buchung, Erinnerung, Anamnese, Einwilligung und Portal. Karteikarte, Abrechnung, eAU und eRezept bleiben im Praxisverwaltungssystem.

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